Wärmewende in Mainburg: Fahrplan für klimaneutrale Versorgung bis 2045

18. Sep. 2025

Wärmewende in Mainburg: Fahrplan für klimaneutrale Versorgung bis 2045

Mainburg hat den Abschlussbericht zur kommunalen Wärmeplanung vorgestellt. Grundlage ist das im Jahr 2024 in Kraft getretene Wärmeplanungsgesetz des Bundes. Es verpflichtet Kommunen, sich intensiv mit ihrer künftigen Wärmeversorgung auseinanderzusetzen und konkrete Szenarien für eine klimaneutrale Wärme bereit zu stellen. Für Städte wie Mainburg mit weniger als 100.000 Einwohnern gilt: Bis spätestens Mitte 2028 muss ein Wärmeplan vorliegen. Zudem hat sich der Freistaat Bayern zum Ziel gesetzt, bis 2040 klimaneutral zu sein.

Die gesetzlichen Vorgaben machen klar: Es reicht nicht, auf die derzeitige Versorgung mit Öl und Gas zu setzen. Kommunen müssen untersuchen, wie sich der Wärmebedarf in den kommenden Jahren entwickelt, welche erneuerbaren Quellen nutzbar sind und welche Infrastrukturen dafür geschaffen werden müssen.

Die Bestandsanalyse für Mainburg zeigt, dass rund 80 Prozent des aktuellen Bedarfs durch fossile Quellen wie Erdgas und Öl gedeckt werden. Der jährliche Bedarf im Gemeindegebiet liegt bei rund 184 Gigawattstunden. Erneuerbare Energien spielen bislang nur eine Nebenrolle. Um das zu ändern, wurde durch die kommunale Wärmeplanung ein Fahrplan entwickelt. Nach den Planungen soll der Anteil erneuerbarer Wärmequellen bis 2030 auf etwa ein Drittel steigen, 2035 auf über 50 Prozent, 2040 auf knapp 80 Prozent – bis 2045 soll die Wärmewende vollständig abgeschlossen sein und die Versorgung vollständig klimaneutral erfolgen.

Mit der kommunalen Wärmeplanung erfüllt die Stadt ihre Pflicht und macht einen ersten Schritt für die zukünftige Ausrichtung. Mainburg setzt auf mehrere Handlungsfelder. Geplant sind verstärkte Informationen und Beratungsangebote für Hauseigentümer, Sanierungen kommunaler Gebäude sowie Anreize für energetische Modernisierungen. Parallel untersucht werden, ob Flusswasserwärme als Quelle für ein potentielles Wärmenetz umsetzbar ist. Auch industrielle Abwärme könnte in Zukunft genutzt werden.

Außerdem wurden mögliche Gebiete für ein Wärmenetz vorgeschlagen. Als Ergebnis für die sogenannten Eignungsgebiete wurden das Gebiet „Mainburg Zentrum“ ermittelt. Dort gibt es größere Wärmeabnehmer, sogenannte Ankerkunden, wodurch sich die Einrichtung von Wärmenetzen wirtschaftlich lohnen könnte. Zudem kommen als Prüfgebiete „Wambach“ und das Gewerbegebiet im Süden ins Gespräch. Ob und wie solche Netze realisiert werden, müssen weitere Machbarkeitsstudien zeigen.

Für die Bürgerinnen und Bürger bedeutet die Planung vor allem: rechtzeitig über die eigene Wärmeversorgung nachzudenken. Dort, wo durch die Planung keine Eignungs- oder Prüfgebiete empfohlen sind, wird eine individuelle Lösung notwendig bleiben. Daher empfiehlt sich in den dezentralen Gebieten, sich frühzeitig beraten zu lassen und von Förderprogrammen zu profitieren.

Im Rathaus ist man sich bewusst: Noch sind viele Schritte offen, und nicht alle vorgeschlagenen Maßnahmen werden umgesetzt werden können. Der Wärmeplan ist deshalb in erster Linie ein Kompass, der die Richtung vorgibt. „Das Wärmeplanungsgesetz zwingt uns, die Zukunft mitzudenken – und das ist eine Chance für Mainburg“, resümiert Bürgermeister Helmut Fichtner. Ziel sei eine sichere, nachhaltige und bezahlbare Versorgung, die nicht nur Klimaschutzziele erfüllt, sondern auch die Lebensqualität in Mainburg langfristig sichert. Weitere Informationen und der ausführliche Endbericht zur Kommunalen Wärmeplanung für die Stadt Mainburg finden sich unter: www.mainburg.de/Wärmeplanung

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