Stadtgeschichte

Panorama und Geschichte

Mainburg am Abensflüßchen,inmitten der Hallertau,liegt 419 m über dem Meeresspiegel am Fuße des Salvatorberges und verdankt dem Schloss auf diesem Berg sein Entstehen.

 

Im Burgfrieden der Stadt sind der vormalige Markt Mainburg mit dem Salvator – oder Hofberg die ehemalige Siedlung Englmarsdorf, der Vormarkt Schüsselhausen mit der Marktmühle und die alte Pfarrei Schleißbach vereint.

Über die Entstehung des Namens Mainburg gibt es unterschiedliche Meinungen

Es erscheint glaubhaft,dass der Name Mainburg herrührt vom Namen des Erbauers der Burg, dem Grafen Mainhart von Rottenegg, der um das Jahr 1220 die Burg auf dem Hofberg zur besseren Verwaltung und zum Schutze seiner umliegenden Güter erbaute.

Dieses Schloss diente in erster Linie als Amtsgebäude für die Beauftragten des Herzogs.

 

Nachdem nämlich ein großer Teil des im Schloss bediensteten
Personals wegen Raummangel dort nicht unterkommen konnte,
siedelte sich dieses am Fuße des Schlossberges an.

 

Auf diese Weise sind die ersten Häuser des Marktes entstanden.
Zu den Schlossleuten haben sich dann im Laufe der Zeit Handwerker und Angehörige der verschiedenen Berufe gesellt.

Nicht unerwähnt bleiben darf die auf Grund eingehender Forschungsergebnisse und Beobachtungen hergestellte Rekonstruktion von Alt-Mainburg um 1500 durch Franz Schraufstetter

Sie zeigt uns den Markt,wohlbewehrt mit Türmen,Toren und Ringmauer zur
Ermöglichung einer nachhaltigen Verteidigung gegen den äußeren Feind

Der Mauer war im Süden,
Westen und Norden ein
von der Abens gespeister Wassergraben vorgelagert.

 

Drei Tore, das Landshuter-Tor – das Münchner-Tor und im Mittelpunkt das Regensburger-Tor führten in den Markt,der von 3 Hauptstraßen durchschnitten,
sich nierenförmig um den Schlossberg schmiegte.

 

Vom alten Mainburg sind gute Ansichten auf uns übergekommen Hier das Gemälde von Thonauer aus dem Jahr 1580

Über dem Markt thront stolz die stattliche Schlossanlage auf dem Hofberg mit Kapelle und Nebengebäuden, ein imposantes, eindrucksvolles Bild, das noch stark mittelalterliches Gepräge aufweist.

Vergleichen wir damit den Kupferstich von Wening

Hier erkennen wir augenscheinlich die durch die Folgen des 30 jährigen Krieges bedingte Veränderung im Ortsbild.

 

An Stelle der Schlossanlage finden wir dort den Bau der St. Salvatorkirche.
Den Schlossberg bedeckt dichter Baumbestand.

 

Die Liebfrauenkirche hat beim Neubau den Spitzturm mit einem hübsch gegliederten Kuppelturm vertauscht.Links von ihr reckt sich auf einem hohen Gebäude ein zierliches,schlankes Zwiebeltürmchen in die Luft, offenbar das des Rathauses.

Der Marktplatz in Mainburg mit seinem Leben und Treiben an einem Schrannentage

Salvatorkirche und Rathaus zeigen die frühere Turmbedachung.

 

Frauenkirche und Röhrenbrunnen sind noch mit einer Holzumfriedung versehen.

 

Der Marktplatz ist noch ungepflastert.

Am 29.Mai 1863 wurde Mainburg nach 107 Jahren von einem Großbrand heimgesucht.

Nachmittags 4 1/4 war beim Aumerbräu in der Malzdarre Feuer ausgebrochen, das rasch um sich griff und den gesamten Markt in Asche legte.

Blick vom Salvatorberg Richtung Westen

erbaut 1756

Im Jahre 1756 wurde nach dem Brande an Stelle eines bereits dort gestandenen kleinen Gebäudes, das Rathaus neu erbaut.


Nach verschiedenen Umbauten,ist es trotz seiner schlichten Formen eine Zierde für den Marktplatz


Das Rathaus ist ein Giebelbau mit Erdgeschosslauben und Erkerturm.


Das Erdgeschoss des schlichten zweigeschossigen Gebäudes ist in Rundbogenarkaden geöffnet.

 

 

In der Mitte der Fassade ein vom Obergeschoss aufsteigender, rechteckiger Erker, der als achteckiges Giebeltürmchen
mit geschwungener Haube ( 1863 erneuert ) fortgesetzt ist.

Um 1900 zierte das Rathaus ein gotischer Spitzturm

Im Rathaus , waren in früheren Zeiten noch der Bürgerarrest, später eine Schulklasse und
im Erdgeschoß Hafnerläden, hernach die Schranne und bis 1964 die Hopfenwaage untergebracht.

Pflegerhaus / Feuerwehrhaus

Als Herzog Ludwig der Strenge Schloss und Markt Mainburg im Jahr 1279 erworben hatte, errichtete er dort ein Land-, später ein Pflegegericht.

Der Pfleger war der höchste Beamte seines Bereiches.


Im Allgemeinen wurden nur Adelige in dieses Amt berufen z.B. Georg Ulrich von Elsenhaim oder Ernst von Guggenmos.

 

Er fungierte anfangs als Verwaltungsbeamter neben dem Richter.

 

Nach dem das Schloss auf dem Hofberg nicht mehr bewohnbar war erbaute sich dieser ein Pflegegebäude.

Dieses diente bis 1803 als Wohnung und Amtsstätte.

 

Auf seiner Reise nach Augsburg kam 1690 der römisch-deutsche Kaiser Leopold I. durch Mainburg und übernachtete im Pflegerhaus.

 

Der Markt Mainburg kaufte dieses 1809 vom Staat.

Darin waren Schule und Lehrerwohnung, später das Feuerhaus ( 1901 ), sowie das Heimatmuseum ( 1920 ) untergebracht.

 

Mitte 1970 wurde es abgebrochen und es entstand bis 1972 der Anbau des zu klein gewordenen Rathauses.

Bei der Grundsteinlegung für den neuen Brunnen im April 1952 wurde obenstehende Urkunde eingemauert

„Dorf war ich, nachher Markt, durch Jahrhunderte blühend.

Stadt werde ich nun genannt, ein ewiges Recht für mich!“

Ende 1946, in einer Zeit, in der die schrecklichen Auswirkungen des 2. Weltkrieges unter der örtlichen Militärregierung noch deutlich spürbar waren, versuchte die Marktgemeinde Mainburg erstmals ihre „Stadterhebung“ zu erreichen.

 

Doch der Antrag wurde zurückgestellt.

Auf Grund neuerlichen Antrages vom März 1954 entschied das
Bayerische Innenministerium unter Dr. Hoegner, dass Mainburg zur „Stadt“ erhoben wird.

Glockengeläut und Marschmusik gaben den Auftakt zur Feier.

Bürgermeister            Stadtpfarrer              Weihbischof
Max Spenger            Christoph Schmid      Hiltl

Bürgermeister Spenger , der Stadtrat und Stadtpfarrer Schmid nahmen die Begrüßung vor.

Bert Fichtner in Hallertauer Tracht bot Oberbürgermeister Lang aus Landshut den „Ehrentrunk“ an.

Anschließend fand im festlich geschmückten Christlbräusaal der feierliche Staatsakt statt

Nach der Begrüßungsansprache durch
Bürgermeister Spenger folgte die feierliche Überreichung der Erhebungsurkunde durch Staatsminister Dr. Hoegner

 

In seiner Festansprache führte dieser u.a. aus, dass unter den vielen Stadterhebungen, die er vornahm, Mainburg ein besonderer Fall sei. Mainburg hätte von Anfang an Anspruch darauf erheben können, eine Stadt zu werden. Während bei manchen Stadterhebungen der Minister manchmal ein Auge zudrücken musste, sei das bei Mainburg nicht der Fall gewesen.

Die Zwillingssöhne von Bürgermeister Spenger sprachen den von Josef Pinsker sen. verfaßten Festprolog „Mainburg im Hallertauer Land".

Du schönes Mainburg bist nun Stadt geworden,

mein lieber teurer Heimatort.

In dir erblickt ich erstmals Gottes Sonne,

Du warst mir immer sich’rer Hort.

0, mögen alle sich doch glücklich preisen,

die atmen dürfen deine Luft

und schaffen können für die liebe Heimat,

bis sie der Herrgott zu sich ruft.

Das Festzelt war am Abend mit über 2500 Personen restlos überfüllt.

Im Rahmen des Festprogramms überreichte Bürgermeister Spenger den beiden Heimatforschern Paul Nappenbach und Franz Schraufstetter die Ehrenbürgerurkunde.

Stadtpfarrer Schmid zelebrierte am nächsten Tag die Hl. Messe vor der Liebfrauenkirche

Schulhauseinweihung

Zu einer eindrucksvollen Feier gestaltete sich am 20. September der Tag der Jugend mit der Einweihung des neuen Volksschulgebäudes.

 

Das junge Trachtlerpaar Redl-Feigl trug den Festprolog vor.

 

Bürgermeister Spenger übergab die Schlüssel an den Schulleiter, Rektor Rudolf Kastner.

 

Stadtpfarrer Schmid nahm die kirchliche Einweihung vor.

Marktplatz um 1910

Marktplatz um 1925

Mainburg 1956

Altes Mädchenschulhaus 1956

Nach Paul Nappenbach stand schon um 1400 auf dem Marktplatz eine geräumige Kapelle.Gerade diese Kapelle, die deswegen errichtet worden war, um den alten, gebrechlichen und kranken Leuten beim Besuch des Gottesdienstes den weiten Weg zur Pfarrkirche und den beschwerlichen Aufstieg zur Schloßkapelle auf dem Hofberg zu ersparen, mußte am schwersten unter all den Schicksalsschlägen leiden, die im Laufe der Jahrhunderte Mainburg so oft heimgesucht haben.

 

Die Liebfrauenkirche im Markt ist nach dem Brand im Jahre 1863 zum vierten mal neu erbaut worden.


Nachdem wiederholt von kirchlicher Seite betont wurde die Kirche sei zu klein wurde bereits 1935 ein Plan bei der Bischöflichen Behörde eingereicht, der 2 Möglichkeiten offen hielt , Neubau auf dem Griesplatz mit Pfarrhaus oder die Kirche und das danebenstehende Mädchenschulhaus abzubrechen und auf diesem Gelände eine neue große Kirche zu erbauen.


Die Bischöfliche Behörde entschied 1935 , dass der Neubau einer Kirche für den Markt Mainburg unerlässlich notwendig sei und auf dem Hauptplatz des Ortes entstehen soll.


Durch Ausbruch des 2.Weltkrieges musste das Problem in den Hintergrund treten.

 

Es war nicht nur der besondere Wunsch des Erzbischofs Michael Buchberger, sondern auch ebenso das leidenschaftliche Bemühen des Stadtpfarrers Schmid, die Frauenkirche aus Raumgründen neu und größer zu gestalten An Maria Himmelfahrt 1957 erfolgte der letzte Gottesdienst.


Nach dem Kauf des Mädchenschulhauses wurde dieses im August 1957 abgebrochen.


Viele Kirchenbesucher trennten sich nur schwer und mit Wehmut von der liebgewordenen Kirche und sahen mit Trauer im Herzen die Greuel der Verwüstung an hl. Stätte, als am Tag darauf die Ausräumung der Kirche begann.


Hierbei wurde besonders um das im Chorbogen aufgemalte Triumphgemälde von Altheimer,die „Krönung Maria“ geklagt, das leider dem Abbruch weichen musste.

Die St. Laurentiuskirche steht auf einem geschichtsträchtigen Hügel;
denn hier befand sich einst die Burg der Herren von Schleißbach.
Vom 7. bis 10. Jahrhundert beherrschte diese Familie die umliegende Gegend.

 

Laurentiuskirche erbaut 1650 -1660
Die Erbauung der Laurentiuskirche, die im 3O jährigen Krieg im Jahre 1632 beim Schwedeneinfall vollständig zerstört wurde, fällt in die Zeit von 1650—1660. Diese Kirche, die heute noch vom sog. alten kirchlichen Friedhof mit einer Mauer umgeben ist, war natürlich nicht der Erstbau.


Sie hatte ,wie die meisten unserer Kirchen ,eine oder mehrere Vorläuferinnen.Das ergibt sich daraus,dass sie noch den mittelalterlichn gotischen Chor hat.Es handelt sich also um einen Um – oder Erweiterungsbau.


Wahrscheinlich ist, daß auch dieser gotische Bau des 13. oder 14. Jahrhunderts noch einen romanischen Vorgänger hatte…

 

Der Anlass zu diesem Erstbau dürfte, wie nach weisbar in manchen anderen Fällen, die in der deutschen Geschichte so hochbedeutsame Entscheidungsschlacht auf dem Lechfeld bei Augsburg gegen die heidnischen Ungarn gewesen sein.
Diese endete am Laurentiustage 955 mit einem Sieg des damaligen deutschen Königs und späteren Kaisers Otto des Großen. Seinem Beispiel folgend errichtete besonders der damalige Adel manche Laurentiuskapelle auf seinen Burgen.

 

Die überaus schlechten wirtschaftlichen Verhältnisse nach dem Schweden-Einfall erlaubten nur äußerste Sparsamkeit. Eine Gedenktafel, welche eine Wandverkleidung heute verdeckt,
verrät die große Notlage dieser Zeit. Die Inschrift trägt die Worte:

„Nicht zu groß und nicht zu klein,
Nicht französisch, nicht latein,
Erbaut in jenem Jahr,
Wo kein Geschmack zu finden war“.

 

Die Kirche ist 40 m lang, 13,50 m breit und der Turm 46 m hoch. Im Jahr 1742 ist sie teilweise durch Feuer zerstört worden.

Die Glocken der Laurentiuskirche mussten wie auch die der anderen Kirchen im 1. und 2. Weltkrieg für Kriegszwecke abgenommen werden. Die Pfarrkirche erhielt  im Dezember 1947  4 neue Glocken. Der Mainburger Metzgermeister Hans Prantl stiftete 10 000 Reichsmark
für die große Glocke mit 52 Zentner Gewicht,

 

Totalrestaurierung
In der Zeit vom Juni 1961 bis September 1962 ließ die Kirchenstiftung eine totale Innen- und Außenrenovierung der Kirche durchführen.
Dabei wurde festgestellt,daß die Pfarrkirche beim Wiederaufbau 1650 – 1660 vergrößert, und der Turm von der Ost – auf die Westseite verlegt wurde.


Gleichzeitig ist das alte, bereits 30 Jahre lang bestehende Schindeldach am Turm durch ein Kupferdach abgelöst worden.
1961 wurde das Glockengeläut auf elektrischen Betrieb umgestellt.

 

Das Prunkstück der St.Laurentiuskirche ist der Hochaltar mit je drei Säulen.

 

In einer Nische wird der Kirchenpatron St.Laurentius,von Engeln umgeben,in der Verklärung dargestellt.


Er wurde auf einem Rost gebraten und erlitt am 10. August 258 den Märtyrertod. Laurentius war gebürtiger Spanier. Er wirkte als Diakon der Christengemeinde von Rom und verwaltete die Kirchenschätze.Im Auftrag seines Bischofs kümmerte er sich um die Armen, Notleidenden und Kranken.

 

Die Heiligenfiguren am Hochaltar von links nach rechts: Ignatius mit der Monstranz, Gründer des Jesuitenordens, Hl. Wolfgang mit Stab, Mitra und Kirche, Schutzpatron der Diözese Regensburg

 

Viehpatron St. Leonhard mit Stab, Mitra und Regelbuch, Insignien eines Abtes, Hl. Franz Xaver mit Taufmuschel
und Kreuz , Missionar in Indien, China und Japan

 

Die beiden Jesuitenheiligen Ignatius und Franz Xaver erinnern an die pastorale Tätigkeit ihres Ordens, da nach dem 30 – jährigen Krieg Priestermangel in der Hallertau herrschte. Sie begründeten in der Gegenreformation 1669 hier die Corpus – Christi – Bruderschaft, die bis heute besteht.

 

Auch die beiden Seitenaltäre stammen aus der Zeit um 1735 und zeigen qualitätsvolle Holzfiguren.

 

Auf dem linken Seitenaltar ist die Heilige Sippe dargestellt. Sie besteht aus Maria, Josef, Jesus, Zacharias, Elisabeth und Johannes dem Täufer mit dem Lamm.

Der rechte Seitenaltar ist ein Marienaltar. Er zeigt die sogenannte “Türkenmadonna” mit dem Jesuskind und dem Halbmond zu ihren Füßen.

 

1666 Pfarrhof
Die Erbauung des Pfarrhofes neben der Laurentiuskirche fällt in das Jahr 1666, nachdem der alte 1632 abgebrannt war.


Dieser Pfarrhof, bestand lange Jahre und stand unter Denkmalsschutz . 1955 wurde er für private Wohnzwecke vermietet, anschliessend wollte man den Pfarrhof abreißen und an dieser Stelle ein Altersheim errichten. Doch daraus wurde nichts, weil die bischöfliche Finanzkammer und das Landesamt für Denkmalschutz den Abbruch des Gebäudes ablehnten. Doch nach einigen Jahren ist die Kirchenverwaltung von einer Sanierung des alten Pfarrhofes wegen zu hoher Kosten abgekommen. Sie beantragte 1973 den Abbruch des Gebäudes.

 

1955 kam der Pfarrhof in das freigewordene Gebäude der AOK an der Erberstrasse Das neue Pfarrheim wurde 1986 Am Gabis erbaut.

Die Salvatorkirche wurde im Jahre 1723 erbaut.
Das lateinische Wort “SALVATOR” bedeutet “Erlöser” – Heiland.

Diese Kirchen sind immer Stätten,die auf Grund eines Hostienfrevels Wallfahrtscharakter erhielten.

Die Entstehung der Kapelle geht wohl bis um 1300 zurück.


Ob das Gotteshaus schon vor der Erbauung des Schlosses auf dem Hofberg gestanden oder gleichzeitig mit dem Schloß erbaut worden ist, ist nicht feststellbar. Bereits am 13. Dezember 1336 wurde bei diesem, damals zur Pfarrei Pötzmes gehörenden Kirchlein, ein von der Mainburger Bürgerschaft gestiftetes Meßbenefizium oberhirtlich bestätigt.


Nach Dr. Hiereth ist die 1723 erbaute Salvatorkirche wohl die Nachfolgerin der Schloß – kapelle, die, wie damals üblich, beim Abbruch alter Burg – gebäude stehen blieb.

 

Über die Kirche selbst folgendes:
Wie die ursprüngliche Kapelle ausgesehen hat, ist nicht auf unsere Zeit übergekommen. Das mehrfach erwähnte Thonauerbild und die Kontur der ehemaligen Kapelle an der Westseite der derzeitigen Kirche, lassen einen bescheidenen Bau mit einem Satteldach auf dem Dachreiter erkennen.


Sie war ca. 16 m lang, 10 m breit und mit dem Turm 18 m hoch und von einem kleinen Friedhof umgeben, in dem wohl die Schloßbewohner und die Mainburger, die östlich „der Rinne“ wohnten, ihre letzte Ruhestätte fanden, und befand sich innerhalb der Ringmauer des Schlosses.

Am 7. Oktober 1796 haben die Franzosen vom Haidschanzl aus die erste Kugel gegen die auf dem Salvatorberg postierten Österreicher geschossen. Die Kugel blieb an der Westseite der Kirche in der Mauer stecken und hängt heute in der Kirche links neben dem Hochaltar. An der Außenseite der Westmauer ist eine Erinnerungstafel angebracht.

 

Die derzeitige Kirche ist im Jahre 1723 erbaut. 
Sie ist 30 m lang, 14 m breit und bis zur Turmspitze 46 m hoch. Der sich als Dachreiter über der Westseite erhebende Turm war ursprünglich mit einer Doppelkuppel versehen und wurde beim Brand am 25. Mai 1863 durch Flugfeuer zerstört. An Stelle der Kuppelbedachung wurde der neugotische Spitzhelm aufgesetzt.

 

176 von einem Kreuzweg gesäumte Stufen führen zu dieser Kloster – und Kirchenanlage hinauf.

Die Stufen waren ursprünglich aus Eichenholz, bis 1883 die hiesige Schmiedemeisterswitwe Maria Bauer 150 Steinstufen stiftete. 1909 wurden die Aufgangsstufen erneuert.

Die Kreuzwegstationen zum Berg ließ der langjährige Christlbräumeister Adam Kirner auf seine Kosten errichten.

Die in der Nische zwischen Kirche und Sakristei befindliche Lourdesgrotte wurde 1911 errichtet. Die Steine ließ man eigens aus Frankreich kommen.

Dahinter schließt sich die Sakristei an.

Der Eingang zur Kirche befindet sich auf der Westseite.

 

Einen Krankenpatron lernen wir am Eingang der Kirche kennen,den hl. Liborius,der nach Inschrift “vor Stein und Gries” schützen soll.

 

In der barocken Kirche hängt auf der Nordseite des Langhauses ein großes Votivbild mit einer Breite von 1,80 m und einer Höhe von 1,10 m. Es stammt aus der Zeit des spanischen Erbfolgekrieges und ist ein volkskundlich aufschlussreiches Dokument. In sieben  Bildsequenzen werden die Schicksalsstationen des Pfarrers Dr. Sebastian Oefele dargestellt, der von 1695 bis 1715 in Mainburg wirkte. Der Ortsgeistliche wurde zwar anfangs von englischen Husaren als Geisel genommen,später aber nach Zahlung einer Kriegsentschädigung befreit.

 

Der Hochaltar stammt aus der Erbauungszeit der Kirche im Jahre 1723.
Er zeigt einen reichen barocken Aufbau mit beiderseits 3 Säulen,darunter je eine gewundene. Vor den Säulen stehen zwei Holzfiguren Petrus ( links ) und Paulus ( rechts ).
Sie sind die Schutzpatrone der Kirche. Das Mittelstück des Hochaltars bildet eine sitzende Figur des Salvators in einer Nische mit Muschelbekrönung,von vier Engeln umgeben.

 

Über dem Tabernakel befindet sich im barocken Rahmen seit dem Jahre 1982 eine Kopie der Ikone der Schwarzen Madonna von Tschenstochau, dem Hauptheiligtum Polens.

 

Im Aufzug ist ein geschweiftes Ovalbild des hl. Florian,des Schutzpatrons in Feuergefahr.

 

Darüber steht das Schriftwort aus
dem Alten Testament in lateinischer Sprache : “Haurietis aquas in gaudio de fontibus salvatoris” – Ihr werdet Wasser schöpfen mit Freude aus den Quellen des Heils.

 

Die Seitenaltäre auf der linken Evangelienseite

 

Margarethenaltar

Eine schöne konkave Säulenanlage mit seitlichen Voluten , zwischen diesen und den Säulen rechts St.Georg , links St.Margaretha. Das Mittelstück stellt den Tod des hl.Josef dar.

 

Magdalenenaltar

Im Aufzug Maria vom Berg Karmel mit dem hl.Josef und dem hl.Simon Im Aufzug Bild der hl. Magdalena.

 

Sebastianialtar

Erscheinung des hl. Sebastian der hl. Margaretha. Im Aufzug Bild des hl.Sebastian.

 

Salvatoraltar

St.Salvator mit einem eigenartigen Steinbild St.Salvator, aus dem 16.Jahrhundert in einem Schrein.

 

Der Errichtung der Kirche liegt eine Legende zu Grunde. Diese wird in einem Deckengemälde dargestellt. Sie besagt: Das ein Priester mit dem Allerheiligsten zu einem Kranken eilte. Ein Fuhrknecht,der nicht ausweichen wollte, schlug unter wildem Geschrei und greulichem Fluchen dem Priester das Allerheiligste mit der Peitsche aus der Hand.


Die Hostie schwebte in der Luft und konnte nur durch den Bischof in die Kirche zurückgebracht werden. Den Knecht ereilte auf der Stelle die Strafe für seine Untat, er wurde mit Roß und Wagen von der Erde verschlungen. Eine mit einem Gitter überdeckte Stelle im Mittelschiff verschloß die Öffnung,die nach dem Versinken des Frevlers geblieben ist. Heute bedeckt diese Stelle eine Platte.

 

In den Jahren nach 1864 wurden nur wenige Gottesdienste und bis zum Jahr 1895 die alljährlichen Schulprüfungen in der Kirche abgehalten. Sonst herrschte Stille und Einsamkeit um das Gotteshaus,bis im Jahre 1892 durch die Initiative des Kaufmanns und späteren Bürgermeisters Josef Hällmayr und die Opferwilligkeit der Mainburger Bewohner der Bauverein St. Salvator gegründet,das Kloster gebaut und mit beschuhten Karmelitern besetzt wurde. Nachdem dieser Orden infolge des 1. Weltkrieges in seinem Personal sehr geschwächt wurde,mußte er die hiesige Niederlassung aufgeben.

 

Der  Gemeinerat Mainburg beabsichtigte nun das Kloster als Bürgerheim zu verwenden,was aber bischöflicherseits nicht genehmigt wurde.


Seit 1918 sind hier die Kapuziner,die auf ausdrücklichen Wunsch des damaligen Regensburger Bischofs Antonius von Henle das Kloster übernommen haben. Während des 2. Weltkrieges wurde dieses zweckentfremdet.

 

Im Jahre 1967 wurde eine Klosterauflösung befürchtet.
Am 23.August 1967 berichtet das Bischöfliche Ordinariat Regensburg: “In Mainburg ist beträchtliche Unruhe entstanden infolge einer Kanzelerklärung, in welcher am letzten Sonntag H.H.P.Columban ankündigte,die Kapuziner müßten auf Anordnung des Bisch.Ordinariats nach 46-jähriger Tätigkeit die Schule verlassen. Die Bevölkerung befürchtet ein Verdrängen der Kapuziner und den Anfang zur Aufhebung des Klosters und macht dafür den Stadtpfarrer von Mainburg verantwortlich. Dazu Folgendes: Die Ordensleitung der Kapuzier hat den für das Mainburger Kloster bestehenden Seelsorgevertrag als überholt bezeichnet und seine Änderung gewünscht.

 

Am 27.August 1968 feierte der Kapuzinerorden sein 50-jähriges Ortsjubiläum.

 

1978 räumten auch die Kapuziner das Kloster und wurden offiziell von der Stadt und der Geistlichkeit verabschiedet, doch wer ihre Mimik und Gestik beobachtet,erkennt klar dass sie nicht mit Freuden gingen.

 

Drei Jahre stand das Kloster leer,bis 1981 die Pauliner aus Tschenstochau,dem Hauptheiligtum Polens,nach Deutschland zurückkehrten um die Ordenstradition in diesem Land zu erneuern. Der Konvent besteht aus fünf Paulinerpatres und einem Bruder, die die benachbarten Pfarreien seelsorgerisch betreuen. Das Paulinerkloster Mainburg ist die erste Niederlassung in der neuzeitlichen Geschichte deutscher Pauliner.

 

Die westlich der Kirche gelegene Votivkapelle mit Antoniusbild hat Brauereibesitzer Paul Münsterer für die glückliche Heimkehr seiner sechs Söhne aus dem Ersten Weltkrieg 1914/18 erbauen lassen.

Die Schmiedemeisterswitwe Maria Bauer ließ auch die Kreuzigungsgruppe an Stelle einer bereits dort gestandenen neu errichten.

 

Bereits in der Zeit des 1.Weltkrieges war der Bau einer „Protestantischen Kapelle“ in  Mainburg geplant. Erst 1937 ging der lang ersehnte Wunsch in Erfüllung. Es gelang von der Gemeinde Mainburg eine Teilfläche des Grundstückes auf dem „Michelsberg“, neben der Kriegerdenkmalsanlage zu erwerben .

 

Die 1937 erbaute Kapelle reichte nicht mehr aus, so dass Gottesdienste abwechselnd in der Aula der Realschule bzw. in der Laurentiuskirche abgehalten werden mussten.Um diese Zeit zählte die evangelische Gemeinde rund 500 Seelen in Mainburg.

 

Im Mai 1937 erfolgte unter Oberkirchenrat Daumiller die Einweihung. In feierlichem Zug wurden die Altargeräte von der Knabenschule, in der bis dahin die Gottesdienste abgehalten wurden, zur neuen Kapelle überführt.


Das ständige Ansteigen der Gemeindemitglieder nach dem 2.Weltkrieg brachte für die Kirche eine große Raumnot.

 

1953 wurde ein Kirchenbauverein gegründet und ein geeignetes Grundstück am Mitterweg gefunden.
Am 21. Oktober 1956 wurde ihr neu erbautes Gotteshaus, die Erlöserkirche, durch Oberkirchenrat Schabert aus München feierlich eingeweiht.

 

Die Kapelle fiel auf Grund eines Beschlusses der evangelischen Kirchengemeinde Mainburg von 1959 dem völligen Abbruch im Jahre 1963 zum Opfer.

Im Oktober 1957 wurden drei Kirchenglocken eingebaut. Der Einbau einer neuen Orgel erfolgte 1961.

 

Seit Juli 1964 sorgt ein elektrisches Läutwerk für den pünktlichen Glockenschlag der Kirche.

Seit ältester Zeit befand sich um die Pfarrkirche St. Laurentius eine Begräbnisstätte im Eigentum der Pfarrgemeinde, die heute noch wie damals besteht und mit einer Mauer versehen ist.Über eine Stiege an der Südseite gelangte man durch ein kleines Falltor in das Innere. Links von der Treppe, an die Mauer anschließend, jedoch außerhalb derselben war ein kleiner umfriedeter Platz  auf dem die ungetauften Kinder begraben wurden, der „unschuldige Freithof“. Solange Mainburg zur Pfarrei Pötzmes gehörte,wurden die Toten um die Salvatorkirche beerdigt, während die Pfarrangehörigen der Pfarrei Schleißbach hier ihre letzte Ruhestätte fanden.

 

Der Friedhof um 1920

 

Als die Pest von den Bewohnern des Marktes zahlreiche Opfer forderte,die wegen der Ansteckungsgefahr nicht im Friedhof beerdigt werden durften, wurden die Leichen der an dieser Seuche Verstorbenen an der Stelle begraben, an der sich der “Neue Friedhof befindet.


Außer diesem Gottesacker, befand sich um 1700 um die St. Michaelskapelle ebenfalls eine kleine Begräbnisanlage.


Erst 1874 ist nördlich dieser Kapelle ein kleines Leichenhaus erbaut worden.

 

Mainburg zählte im Jahr 1895 über 2000 Einwohner.Es zeigte sich bereits ein unüberbrückbarer Gräbermangel ,zudem reichte das Leichenhaus nicht mehr aus.Daher blieb der Gemeinde nichts anderes übrig,als diesen kleinen Friedhof zu erweitern und ein neues, größeres Leichenhaus ,so wie es heute noch besteht, zu errichten.


Makaber klingt ein Auszug aus der Leichenhausordnung von 1895 :
Die Mittelfinger der Leiche werden mit einer Weckervorrichtung durch eine Schnur in Verbindung gebracht. Die beengenden Kleider werden geöffnet.

 

Nach dem 2.Weltkrieg entschloss sich der Gemeinderat zur Anlage eines gemeindlichen Friedhofes. Es entstand eine ideale Anlage, wie sie in Orten von der Größe Mainburg’s wohl selten anzutreffen sein wird.

Die schöne Anlage vor dem neuen Friedhof mit den Kriegerdenkmälern für die Gefallenen von 1914/18 entstand im Jahre 1923 und das für die im 2. Weltkrieg Gefallenen im Jahre 1943. Diese standen bis in die 80er Jahre. Dann wurden sie entfernt und so sieht es heute aus.

 

Diese Denkmäler standen bis  in die 80er Jahre. Dann wurden sie entfernt und so sieht es heute aus.

 

1948 wurde im Nordwesten des Friedhofes eine kleine Eckkapelle errichtet. Auf Anregung in einer Bürgerversammlung 1961wurde diese mit Gedenktafeln für Ehrenbürger ausgestattet.

„Mainburg – Geschichte und Geschichten“ - neues Buch von Hans Winkelmeier

Der neue Bildband „Mainburg – Geschichte und Geschichten“ von Hans Winkelmeier ist fertiggestellt.Das 500-seitige Werk mit über 1.000 Fotos ist im Weinhaus Lutzenburger in Mainburg, Scharfstraße 1 und beim Autor, Hans Winkelmeier, Telefon 08751 / 2650, hanswinkelmeier@yahoo.de , erhältlich

Mainburg „Eine Zeitreise“ von Hans Winkelmeier

Die DVD erhalten Sie zum Preis von 24,90 € bei Hans Winkelmeier, Zieglerstr. 26, 84048 Mainburg,

Tel.: 08751/2650, E-Mail: hanswinkelmeier@yahoo.de

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